• Stephanie-Th. Schweiger-Rintelen

Mit dem Herzen sehen


Schon die Lektüre von Antoine de Saint-Exupérys Kleinem Prinzen lehrte uns: Man sieht nur mit dem Herzen gut.

Schön. Und wie soll das gehen? Hier kommt eine kleine "Bastelanleitung" für euren ganz persönlichen Herztempel mit Aussicht:

Stellen wir uns in unserem (energetischen oder physischen) Herzen einen Raum vor, dessen Form und Größe wir selbst bestimmen und den wir entsprechend unseren Vorlieben einrichten. Hier sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Was brauchen wir an diesem einzigartigen Wohlfühlort? Vielleicht ein weiches Sofa in unserer Lieblingsfarbe, einen flauschigen Teppich, eine Kristalllampe und ein Spiegelglasfenster, das den Blick auf die Außenwelt freigibt, umgekehrt von außen aber undurchsichtig ist? Vielleicht führt eine Türe in einen Herzgarten, in dem wunderschöne Blumen wachsen und von dessen sonnenbeschienener Bank man auf ein grünes Tal mit einem Bächlein blickt?

So erschaffen wir unseren ganz individuellen Herztempel. Er kann sich weiterentwickeln und jederzeit verändert werden. Und er kann vor allem eines: zu unserer neuen Homebase werden, von der aus wir die Welt betrachten, in den wir uns aber auch jederzeit zurückziehen können, wenn es uns "da draußen" zu stürmisch wird.

Jetzt switchen wir nochmals in unseren alltäglichen "Sehmodus": Betrachten wir die Welt ausschließlich durch unsere physischen Augen, interpretiert der - meist von unserem Ego "geimpfte" - Verstand laufend, was sich uns offenbart. Auf diese Weise nehmen wir nicht einfach wahr was ist, sondern bekommen unaufhörlich Attribute und Urteile mitgeliefert.

Wir "sehen" uns im Wortsinne als getrennt von allem und allen anderen. Wir vergleichen ständig und weisen uns sowie den anderen dabei einen Platz in einer imaginären Rangliste zu. Wir interpretieren Menschen, Outfits, Blicke, Gesten, Umstände und Gegenstände. Allem kommt eine Be-DEUTUNG zu. Was dabei nicht mitgeliefert wird, ist das Bewusstsein, dass all das lediglich eine Interpretation ist. Es entspricht nicht der Realität. Es ist nicht die allumfassende Wahrheit. Sondern lediglich eine mögliche Perspektive auf das, was ist. Interpretiert von unserem Verstand, der alles auf Basis unserer bisherigen Erfahrungen bewertet, die oftmals mit der aktuellen Situation wenig zu tun haben.

Unsere Seele kennt keine Urteile, keine Attribute und "labelt" daher nicht, was wir sehen. Unser Herz ist das Tor zur Seele. Es fungiert als Impulsgeber, gibt Hinweise, wo unser Seelenweg verläuft. Warnt wenn wir drohen, davon abzukommen. Aber unser Herz vermag auch zu betrachten. Das Auge unseres Herzens lässt uns wahrnehmen, was wirklich ist.

Im Yoga gibt es eine Übung bei der man zeitgleich aus beiden äußeren Augenwinkeln schaut. Auf diese Weise trainiert man den "weiten Blick". Er ist sozusagen die physische Entsprechung des Schauens mit dem Herzen und gleichzeitig das Gegenteil des fokussierenden Blickes, in dem man immer nur einen Ausschnitt der Realität wahrnimmt. Der "weite Blick" bezieht alles mit ein, was sich im Blickfeld befindet, ohne zu priorisieren, ohne zu werten. Der "weite Blick" ist ein guter Einstieg in den Herztempel. Ein anderer könnte sein, sich vorzustellen, wie wir als winziges Selbst den Herztempel durch eine Türe betreten, es uns auf dem Sofa bequem machen und durchs Fenster schauen.

Und schon betrachten wir alles was ist mit den Augen der Liebe!


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